Auf Biegen und brechen
 
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Viel Spaß und Erfolg dabei

und natürlich

NUR DIGGE


Peter Hödl

www.wallerteam-austria.at

In dem folgenden Bericht geht es ausnahmsweise mal nicht um die Schilderung eines gesamten

Trips sondern um den Drill eines einzelnen Fisches mit Pannen und Hindernissen,eben den

Problemen und Besonderheiten die einen beim Wallerangeln so begleiten können.



Tatort Po Italien am 9.März 2013,nach einer problemlosen Anfahrt und Übernahme des Bootes in

der Wallerwelt von Markus Eule machten wir uns auf an die Platzsuche,wobei eigentlich stand die Taktik schon beim ersten Anblick des Flusses fest.Hochwasser und dreckige Brühe,Schaum und einiges an Treibgut das im Hauptfluss ein vernünftiges Fischen zu dem Zeitpunkt nicht möglich machte.


Also ab in einen Seitenarm,durch einige Erlebnisse an einem bestimmten Platz mussten wir

auch nicht lange herumschippern sondern steuerten mit einem guten Bauchgefühl direkt den

auserkorenen Hotspot an.


Am Platz angekommen schnell die Shelter und Liegen aufgebaut und die Ruten vorbereitet,

tiefgestellte Schwimmermontagen an den ersten Kanten vom Ufer positioniert und

Oberflächenmontagen ohne Schnickschnack direkt an Büschen und Graskanten sollten den Erfolg bringen.

Wir waren gerade dabei die letzte Rute im Rutenhalter zu positionieren und freuten uns nach der Anreise und 20 Stunden ohne Schlaf auf ein Bierchen und ein wenig ausspannen in der Sonne die wir schon so lange herbeigesehnt hatten.


Wir machten das Boot noch klar da fiel mir auf das bei einer meiner Ruten die Schnur durch hing,man muss dazu sagen das ich aus Gewohnheit beim auslegen der Ruten die Rollenbremsen erst einstelle wenn alle Ruten aus gebracht sind um sicher zu stellen das ein etwaiger Biss wenn niemand am Ufer ist keinen Materialverlust nach sich zieht.


Also Rute aufnehmen und Bremse zu,das beantwortete mir der gehakte Fisch mit einer brutalen ersten Flucht die mir zeigte das da vom Ufer aus wohl kein Land zu gewinnen ist.Also rauf aufs Boot und dagegen halten während mein Angelpartner den Kahn losmachte.

Da in dem Seitenarm der Strömungsdruck recht groß war konnte ich noch nicht genau abschätzen was da am anderen Ende der Leine kämpfte,vom sportlichen 190er bis zum Granatenfisch war zu diesem Zeitpunkt alles möglich.Seitenarme bringen oft neben guten Bedingungen zum Fischen bei Hochwasser auch gewisse Probleme wie Totholz,enge Platzverhältnisse und überhängende Bäume

mit sich die einem im Drill so manche Zusatzchallenge garantieren.


Wir trieben also gemächlich den Seitenarm entlang,immer über dem Fisch der in Grundnähe

bockte  zwar einige gute Spurts hinlegte die ich teils mit der Rutenspitze unter Wasser parieren musste da der Kerl unterm Boot durchschoß doch ich machte mir eigentlich keine all zu grossen Sorgen, hielt den Druck aufrecht

und versuchte langsam Schnur zu gewinnen.


Kollege Ottl steuerte das Boot so gut es ging an Hindernissen am und im Wasser vorbei und ich konnte langsam etwas Schnur gewinnen,plötzlich

kam noch etwas mehr Fahrt in die Sache und der Waller legte eine beeindruckende Flucht stromauf hin,gefolgt von mehreren Schlägen in die Schnur,er war so richtig zornig und zeigte sein wahres Potential.


Nachdem ich die Flucht stoppen konnte machte er kehrt und jetzt ging es mit Volldampf flussabwärts,um zu verhindern das wir in die Montagen einer anderen Gruppe geraten die ihr Lager etwa 500m unterhalb von uns aufgeschlagen haben und den Druck auf den Fisch zu erhöhen der seit

10 Minuten tobte wies ich Ottl an das Boot am Ufer festzumachen.


Das gelang mit einem akrobatischen Sprung und der Tanz konnte weiter gehen,langsam wurden die Fluchten kürzer und ich konnte die Distanz zum Fisch verringern,in ungefähr 30 Meter Entfernung kam zu ersten Mal die Schwanzflosse aus dem Wasser und ich schätzte den Fisch auf ca.2,30m.Einige Minuten später

hatten wir den Fisch schon fast am Boot als etwas geschah was ich so nicht unbedingt erwartet hatte-der Kurbelknauf an meiner Fin-Nor brach ab und ich starrte ungläubig auf meine Rolle-im gleichen Moment musste ich laut auflachen war doch eine der Situationen eingetreten die wir in

abendlichen Gesprächen am Wasser Im Scherz geradezu heraufbeschworen haben.


Ich also nur mehr mit einem Teil meiner Kurbel am Werken,was das Bändigen des Waller und das Einholen der Schnur nicht unbedingt leichter machte,dazu Ottl beim Versuch den Fisch in der doch recht flotten Strömung zu greifen,beim dritten Versuch gelang es dann  mit vereinten Kräften und ein massiger voll gefressener Powaller glitt ins Boot.

Beim Abhaken entdeckten wir noch einen fast vollständig aufgebogenen Drilling der nur mit einer Flanke auf der Gaumenplatte gefasst hatte,lange wäre das vermutlich nicht mehr gut gegangen.

Nach dem Vermessen und Versorgen des Fisches fielen wir total fertig in unsere Liegen und mussten erst mal unsere Akkus etwas aufladen um für den nächsten Drill gerüstet zu sein-aber das

ist eine andere Geschichte.


Ach ja der Waller hatte übrigens genau 2,40m,geiler Fisch und eine bleibende Erinnerung!